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Säuglings- und Kleinkindernährung

Im folgenden werden nur einige Punkte behandelt, die hinsichtlich der Säuglingsernährung von besonderem Interesse sind.

Immer mehr Studien belegen die Vorteile von Muttermilch im Vergleich zu Muttermilchersatzprodukten: optimale Zusammensetzung, Schutz gegen Infektionskrankheiten, günstiger Einfluß auf den Gastrointestinaltrakt, geringeres Risiko der Entstehung von Allergien, frühkindlichem Diabetes und Adipositas. Auch UNICEF und die WHO empfehlen ausschließliches Stillen für Säuglinge während der ersten 6 Lebensmonate aus immunologischen, psychologischen und ökonomischen Gründen. Selbst nach Einführung von Beikost sollte noch so lange wie möglich weitergestillt werden, denn auch die vielfältigen Vorteile des Stillens in bezug auf die Gesundheit der Mutter (stabilere Stimmungslage, verringertes Karzinomrisiko, seltener Osteoporose) nehmen mit der Intensität und Dauer des Stillens zu.

Wenn nicht gestillt wird, ist es empfehlenswert, die industriell hergestellte Säuglingsnahrung zu verwenden, da diese an die Muttermilch weitgehend angepaßt ist. Für die ersten 4 Monaten wird diese als Säuglingsanfangsnahrung mit dem Zusatz “Pre” bezeichnet. Nicht ganz so gut ist die Selbstherstellung aus Kuhmilch, wenn diese mit Wasser verdünnt (1:1) und mit Kohlenhydraten (Milchzucker und Reisschleim) und pflanzlichen Ölen angereichert wird. Sie leidet auch an einem Mangel an Vit. A und Vit. C weshalb sie schon ab der 6. Woche mit Vit. C reichen Säften und Karottenbrei ergänzt werden sollte. Diese Milch ist auch zur Ergänzung verwendbar, wenn die Muttermilch nicht mehr ausreicht oder abgestillt wird. Die Qualität wird aber nie so gut sein wie die der Muttermilch.

Ein Problem bei der Säuglingsernährung stellt die Nitrataufnahme dar, weil Säuglinge bei zu hoher Nitrataufnahme im Gegensatz zum Erwachsenen viel leichter eine Methämoglobinämie bekommen (Störung des Sauerstofftransportes). Wenn das Trinkwasser mehr als 50 mg/l enthält, sollte auf jeden Fall nitratarmes Wasser (< 10 mg/l) für den Säugling gekauft werden, welches wegen der eingeschränkten Nierenleistung des Säuglings keinen zu hohen Mineralstoffgehalt aufweisen sollte. Besonders wichtig ist dies bei Magen-Darm-Störungen, wo Nitrat durch Bakterien verstärkt zu dem toxischen Nitrit umgewandelt wird. Fast wichtiger ist es noch, auf nitratreiches Gemüse wie Spinat, Kopfsalat, Rote Beete, Rettiche, Radieschen und bestimmte Kohlarten zu verzichten, da diese, insbesonders wenn sie im Treibhaus gewachsen sind oder stickstoffreich gedüngt wurden, einen deutlich höheren Nitratgehalt als Wasser aufweisen können (bis zu 3500 mg/kg). Hier könnte die käufliche Säuglingsnahrung von Vorteil sein, da es relativ strenge Grenzwerte für diese Produkte gibt.

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