© Rolf Blaich (2000)

Schäden und Krankheiten im mitteleuropäischen Weinbau

Biotische Schäden

Viruskrankheiten

Reben werden von einer größeren Anzahl verschiedener Viren, Viroiden und Mykoplasmen befallen, von denen allerdings in Mitteleuropa nur wenige eine größere wirtschaftliche Bedeutung haben. Sie werden durch Boden-Nematoden, Zikadenstiche oder durch Verletzungen beim Pfropfen übertragen und sind oft schwer nachzuweisen, da die Konzentration der Schadorganismen in den einzelnen Organen der Rebe und auch von Jahr zu Jahr sehr verschieden sein kann, sodass befallene Reben in manchen Jahren oft keine Symptome zeigen. Die angerichteten Schäden sind meist nicht unmittelbar tödlich, sondern führen zu Ertragsrückgang und Lebensverkürzung der Rebstöcke. In den meisten Weinbauländern sind phytosanitäre Vorschriften erlassen, um die Verbreitung von Viren mit Pflanzgut zu vermeiden. 

Die wichtigsten Viruskrankheiten im Gebiet sind die Reisigkrankheit (Abb, engl.: fanleaf, franz.: court noué) und die Blattrollkrankheit (engl.: leafroll, franz.: enroulement). Dies sind Bezeichnungen für Symptome, die jeweils von einer ganzen Gruppe von Viren hervorgerufen werden; sie können  je nach befallener Rebsorte variieren und sind oft Ernährungsstörungen ähnlich. Die Reisigkrankheit äußert sich u.a. in deformierten, häufig fächerförmigen Blättern, verkürzten Internodien (Doppelknoten) mit abgeplattetem Spross und gelegentlichem Zickzackwuchs, in Vergilbungen entlang der Blattadern, struppigem Habitus, unregelmäßigem Fruchtansatz. Diese Symptome werden durch Nepoviren hervorgerufen, die durch den Nematoden Xiphinema index übertragen werden, z.B. Reisigkrankheitsvirus (GFLV, grapevine fanleaf virus) oder Arabismosaikvirus (AMV), aber auch Tabakmosaik- und Erdbeerringfleckenviren (TMV, raspberry ringspot virus - RRSV) können eine Rolle spielen. Wie die Namen schon sagen sind diese Viren nicht spezifisch für die Reben sondern auch in anderen Kultur- und Wildpflanzen anzutreffen. Oft zeigen diese sogar stärkere Symptome als die Reben, z.B. manche Chenopodium - Arten. Dies wurde früher für Testverfahren benutzt, indem man deren Blätter durch Schürfen mit Schleifpulver leicht verletzte und Saft virusverdächtiger Reben darauf strich. Heute benutzt man für den Virustest serologische Verfahren oder die DNA-Analyse, womit auch andere Viruskrankheiten erfasst werden können. 
Die Rollkrankheit ist mit Closteroviren assoziiert; sie äußert sich in Einrollen und, bei roten Sorten, im Verfärben der Blätter (Abb). Eine Bekämpfung der Viren nach dem Befall ist nicht möglich, auch ist es praktisch unmöglich den Boden frei von den übertragenden Nematoden zu halten - die früher vorgenommene chemische Bodenentseuchung ist ökologisch nicht vertretbar und heute in Europa nicht mehr erlaubt. Ein Kontrolle der Virusverseuchung kann nur indirekt über die Erzeugung gesunden Pflanzgutes vorgenommen werden. Die Resistenzzüchtung gegen Viren steht noch in ihren Anfängen.

 

Bakterielle Krankheiten 

Diese sind in Mitteleuropa vor allem durch die Mauke vertreten. Sie äußert sich in krebsartigen Wucherungen und maserigen Wülsten am Stamm, meist dicht über dem Boden, die den Saftstrom beeinträchtigen (Abb). Sie werden durch Agrobacterium vitis (A. tumefaciens Biovar 3)  hervorgerufen. Dieses Bakterium kann sich latent an der Rebe befinden. Nach Verletzungen, z.B. durch Frostrisse, transformiert es benachbarte Rebzellen durch Einschleusen eines Plasmids, d.h. eines kleinen Stückes eigener Erbsubstanz. Teile davon werden dauerhaft in die Erbsubstanz der Rebzelle eingebaut, die dadurch einerseits zur raschen, krebsartigen Vermehrung, andererseits zur Produktion ungewöhnlicher, für die Ernährung des Bakteriums erforderlicher Aminosäuren angeregt wird.

Pilzkrankheiten

Pilzkrankheiten haben bei der Rebe von allen biotischen Schaderregern die größte wirtschaftliche Bedeutung, vor allem Echter und Falscher Mehltau und Grauschimmel, dessen vegetative Form Botrytis cinerea genannt wird. 

Botrytis cinerea  ist ein Schlauchpilz (Ascomyzet) der fast überall vorkommt und auch zahlreiche Pflanzenarten infiziert. Er kann saprophytisch, (von totem Gewebe) leben, oder als Parasit, indem er lebende Gewebe vor der Besiedelung durch Ausscheidung toxischer Substanzen abtötet. Seine Anpassungsfähigkeit macht den Pilz gefährlich und schwer zu bekämpfen. Im Weinberg überwintert er als Myzel (Pilzgeflecht) auf Pflanzenresten, oft bilden sich auch Sklerotien, das sind widerstandsfähige, dunkel pigmentierte Myzelaggregate. Wird es wärmer, bildet das Myzel Konidienträger mit vegetativen Sporen (Konidien) oder aus den Sklerotien entwickeln sich Fruchtkörper (Apothezien, Abb), die sexuelle, durch genetische Neukombination entstandene Ascosporen enthalten. Die sexuelle (perfekte) Form des Pilzes kommt seltener vor, weshalb der korrekte Name für den Gesamtorganismus - Botryotinia fuckeliana - kaum verwendet wird. Die Ascosporen wachsen wieder zu einem Myzelium aus, das sich erneut über Konidien weitervermehrt. Diese sind mehrkernig, überhaupt ist das ganze Pilzsystem durch Verschiedenkernigkeit (Heterokaryose) genetisch sehr flexibel und passt sich leicht an wechselnde Lebensbedingungen an, was sich u.a. in einer schnellen Resistenzbildung gegen Fungizide äußert. Die Konidien keimen auf feuchten Pflanzenteilen bereits bei relativ niedrigen Temperaturen (5 °C). Ihre Keimschläuche können zwar direkt in das Gewebe dringen, der Befall wird jedoch durch Verletzungen (Raupenbisse an Beeren) oder Reste alter Pflanzenteile (Blütenkäppchen) begünstigt. Die Reben sind deshalb u.a. im Stadium des Abblühens besonders empfindlich, aber auch wenn sich die Beeren zu berühren beginnen - also Winkel entstehen, in denen sich Feuchtigkeit lange hält, sowie zu Beginn der Reife und einige Wochen vor Beginn der Lese (Stiel- und Sauerfäule, Abb). 

Hier ist die Besonderheit zu erwähnen, dass ein Befall vollreifer Beeren zur sogenannten Edelfäule führt, die zu einer hochgeschätzten Konzentrierung des Zuckers und einer Geschmacksveränderung führt (Genaueres). Leider überwiegen allerdings die Schäden durch den Grauschimmel diese positiven Aspekte bei weitem. Zum einen kommt es zur Ertragsverminderung, überwiegend aber zur Wertminderung des Lesegutes durch unangenehm bitteren Fäulnisgeschmack, bei roten Sorten auch durch enzymatische Zerstörung der Anthozyane. Nicht zuletzt kann der Pilz auch bei der Erzeugung von Pflanzgut Schäden anrichten. Botrytis wurde im Gegensatz zu vielen anderen Rebschädlingen nicht eingeschleppt, seine Bedeutung ist etwa ab Mitte des 20. Jahrhunderts aus Gründen gestiegen, die direkt oder indirekt mit der gewaltigen Ertragserhöhung im europäischen Weinbau zusammenhängen. Diese wurde teils durch Verbesserung des Pflanzenmaterials (Klonenselektion) erzielt, überwiegend aber durch die - heute oft übertriebene - Stickstoffdüngung. Letztere macht grüne Pflanzenteile prinzipiell anfälliger gegen Pilzbefall, der verstärkte Wuchs kann seinerseits wiederum eine schlechtere Belüftung der Anlage bedingen. Diese Effekte werden noch dadurch verstärkt, daß die manuelle Laubarbeit im Sommer (Entlauben, Entfernen der Geiztriebe) durch maschinelles ,Mähen" der Rebzeilen ersetzt wurde, was wiederum die Anzahl der Verletzungen erhöht und kompaktere Rebzeilen hervorbringt als die frühere Handarbeit. Spritzmittel gegen den Grauschimmel sind in der Regel teuerer als gegen andere Pilze, hinzu kommt, daß ihre Wirkung wegen Resistenzbildung zunehmend verloren geht. Allerdinges gibt es auch gegen Botrytis Resistenzgene in amerikanischen und asiatische Vitaceen, deren Einkreuzung zu botrytisfesteren Ertragsrebsorten geführt hat. Hier sind besonders die Arten Vitis aestivalis, V. armata, V. berlandieri, V. riparia und V. rupestris zu nennen.

Echter Mehltau (Äscherich; franz.: oidium; engl.: powdery mildew) wird ebenfalls durch einen  Schlauchpilz verursacht, der auch heute noch meist nur unter dem Namen seiner asexuellen (imperfekten) Form Oidium tuckeri bekannt ist. In Europa wurde er 1845 von dem Gärtner Tucker in Margate an der Themsemündung an Gewächshausreben entdeckt. Schon 3 Jahre später war die Gegend um Paris verseucht, danach verbreitete sich der Pilz über alle Weinbaugegenden Europas und des Mittelmeerraums und brachte besonders in den südlichen Ländern den Weinbau an den Rand des Ruins. Der Pilz bildet zunächst auf den Blättern und anderen grünen Pflanzenteilen einen feinen, zunächst locker weißlichen, dann grauen Belag . Dieser ist abwischbar, denn alle Echten Mehltaue leben nur auf der Pflanzenepidermis, wo sie durch Saugorgane (Hausthorien) Zellen der obersten Schicht anbohren (Abb). Diese müssen dabei am Leben bleiben, da über sie die Nährstoffe aus den benachbarten Zellen in den Pilz geleitet werden. An dem oberflächlichen Pilzmyzel bilden sich schnell Konidienträger, (Abb) an denen in langen Ketten vegetative Sporen abgeschnürt werden, durch die sich der Mehltau den Sommer über rasch verbreiten kann. Die Sporen brauchen zur Keimung kein flüssiges Medium, da sie die nötige Feuchtigkeit aus der Luft entnehmen können. Besonders günstig für die Ausbreitung des Pilzes ist deshalb schwüle Luft. Zwar können stark befallene Blätter schrumpfen und abfallen, der Hauptschaden wird jedoch durch den Befall unreifer Beeren hervorgerufen. Deren Haut wird (u.a. durch Kieselsäureeinlagerungen) spröde, sie platzen auf, sodass die Kerne sichtbar werden (Samenbruch) und Sekundärinfektionen durch andere Pilze treten ein, welche das Lesegut geschmacklich verderben (Abb). Die sexuellen Fruchtkörper des Mehltaus wurden erst um 1900 entdeckt: stecknadelkopfgroß und schwarz treten sie nur in warmen Jahren gegen Ende der Vegetationsperiode auf und überwintern auf abgefallenen Blättern (Abb). Daran konnte die Identität des Pilzes mit der aus Nordamerika schon länger bekannten Uncinula necator nachgewiesen werden. 

Die Bekämpfung erfolgte früher durch Stäuben mit feinverteilten Schwefel, der entweder durch Sublimation (als Schwefelblüte) oder durch Ausfällen aus Lösungen erhalten wurde. Später wurden organische Schwefelpräparate entwickelt, denen z.T. geschmackliche Beeinträchtigung des Weines vorgeworfen wurde. Eine biologische Bekämpfung ist derzeit nur durch Anpflanzen pilzresistenter Rebsorten möglich (s.o.). Zwar sind mehrere Hyperparasiten bekannt, die ihrerseits auf Uncinula necator schmarotzen, aber sie töten diesen nur unter Laborbedingungen (Abb). Resistenzgene können aus den Arten V. aestivalis, V. amurensis, V. berlandieri, V. cinerea, V. ficifolia, V. labrusca, V. riparia und V. rupestris eingekreuzt werden.

Falscher Mehltau (Peronospora; franz.: mildiou; engl.: downy mildew) wird durch einen Pilz hervorgerufen der ebenfalls aus Nordamerika eingeschleppt wurde, er trat Ende des 1878 in Südfrankreich zum ersten Mal auf und war spätestens nach 10 Jahren in ganz Europa verbreitet. Er wird von dem Oomyzeten Plasmopara viticola hervorgerufen, dessen Entwicklungszyklus in zwei Phasen zerfällt: Im Spätherbst und Winter bilden sich in den abgefallenen Blättern weibliche Sexualorgane (Oogonien) die von den männlichen  (Antheridien) befruchtet werden und danach eine Oospore (Winterspore, Eispore) ausbilden. Diese überwintert im Blatt und wächst dann zu einem Makrokonidium aus, in dem bis zu 800 begeißelte Zoosporen ausgebildet werden. Wenn sie im Frühjahr bei Nässe freigesetzt werden und (z.B. durch Spritzwasser) auf die Unterseite eines Rebblattes gelangen, wachsen sie nach Abwerfen der Geiseln durch die Spaltöffnungen ein und infizieren es. An der Infektionsstelle wird das Blatt zunächst durchscheinend ("Ölflecken", Abb), dann braun. Eine solche Primärinfektion bildet einen Herd, von dem weitere Infektionen ausgehen: bei nassem Wetter bildet sich nach einigen Tagen auf der Blattunterseite ein weißer Belag von Konidienträgern. Die Konidien sind Sporenbehälter mit Zoosporen, die durch Wind und Regen ausgebreitet werden. Dadurch vermehrt sich der Pilz bis zum Herbst unter geeigneten Bedingungen laufend vegetativ weiter. Wegen seiner Abhängigkeit von flüssigem Wasser kann der Falsche Mehltau in trockenen Jahren bedeutungs­los sein, in feuchten jedoch ganze Ernten zerstören. Neben Schrumpfen und Abfallen der Beeren (Lederbeeren, Abb), tritt ein früherer Blattfall auf, der über eine mangelnde Holzreife auch die Ernte des nächsten Jahres beeinträchtigen kann. 

Die erste erfolgreiche chemische Bekämpfung wurde mit der 1885 von Millardet vorgeschlagenen Bordeauxbrühe (franz.: boillie bordelaise, das ist 1 % Kupfersulfat mit Kalkmilch zur Neutralisierung und Haftungsverbesserung) vorgenommen. Heute verwendet man meist synthetische Präparate, die z.T. auch kurative Wirkung haben, d.h. noch nach den ersten Befallssymptomen angewandt werden können. Die beste Bekämpfung wäre freilich auch hier die Anpflanzung von resistenten Ertragsreben, die auf Resistenzgenen von V. amurensis, V. cordifolia, V. cinerea, V. ficifolia, V. labrusca, V. lincecumii, V. riparia, V. romaneti und V. rupestris basieren können.

Die Schwarzfleckenkrankheit (franz.: excoriose) wird ebenfalls durch einen Ascomyzeten - Phomopsis viticola - hervorgerufen. Sie äußert sich nach der Holzreife in einem Verblassen der Rinde an der Basis der Triebe, die dort geschwächt und längsgekerbt sind, wobei sich die Rinde ablösen kann. Diese Stellen sind von schwarzen Punkten bedeckt, bei denen es sich um Pyknidien (Sporenlager) handelt, die im Frühjahr ihre Konidien ausstreuen (Abb). Dadurch werden die jungen Triebe infiziert, auf denen sich ebenfalls schwarze Flecken bilden. Schäden entstehen auch durch die Zerstörung von Winteraugen an der Sproßbasis.

Roter Brenner äußert sich in von Blattadern scharf umgrenzten Gelb- bzw. Rotfärbungen von Blattsegmenten (Abb). Diese werden von dem Ascomyzeten Pseudopeziza tracheiphila hervorgerufen und können zum Abfall der Blätter mit Ertragsminderung führen. Der Pilz wächst in den Blattgefäßen und hemmt den Stofftransport. Er überwintert in abgefallenen Blättern und bildet dort im Frühjahr Apothezien mit Ascosporen; trockene Winter mit feuchtwarmem Frühling fördern deren Keimung besonders.

Die folgenden Krankheiten sind nur in südlichen Zonen des Gebiets von Bedeutung, z.B. die Schwarzfäule, die von Guignardia bidwellii hervorgerufen wird, im Frühjahr Blätter und Jungtriebe und später auch Trauben befällt;  Schwarzer Brenner, eine Infektion durch Gloeosporium ampelophagum, die sich in kleinen braunen Flecken mit scharfem dunklen Rand auf Blättern und Beeren äußert; die Eutypiose die nach Befall mit Eutypa entsteht, einem Ascomyceten, der ein Toxin ausscheidet, das mit der Zeit zum Absterben der oberhalb befindlichen Pflanzenteile führt (dead arm disease).

 

Abiotische Schäden

Manche Missbildungen, die im Weinberg angetroffen werden sind abiotischer Natur. Häufig treten Mutationen auf, die u.a. wichtige Hinweise zur Erklärung des Sprossaufbaus bieten, wie z.B. das Erstarken der Ranken und deren Umbildung zu beblätterten Sprossen, oder der Abschluss des Sprossgipfels durch eine Ranke. Häufig findet man Sektorenbildung an Blättern oder Trauben (Abb). Verwachsene Beeren können die Gestalt einer kleinen, flachen Tomate annehmen, Blütenstände können blumenkohlartige Wucherungen bilden. Bei Laubblättern kommen Gabelungen, (tütenförmige) Verwachsungen, Verzweigungen usw. vor. Unter sehr feuchten Bedingungen können an älterem Rebenholz Luftwurzeln (Abb) auftreten. Die Fünfzähligkeit der Blüten ist gewissen Schwankungen unterworfen. Auch gefüllte Blüten und Umwandlungen der Beeren in Kapseln wurden beschrieben. Nährstoffmangel führt häufig zu Blattverfärbungen (Abb), welche Viruserkrankungen ähnlich sein können. Hierzu zählt auch die Chlorose, die sich in einer gleichmäßigen Blattvergilbung äußert und durch Eisen- aber auch durch Sauerstoffmangel der Wurzel (z.B. bei längerer Überflutung nach Regenfällen) hervorgerufen wird (Abb). Der Chlorose kann durch Auswahl geeigneter Unterlagssorten begegnet werden, so sind z.B. die Sorten Fercal (V. berlandieri × V. vinifera) × (V. vinifera × V. berlandieri) und Ruggeri 140 (V. berlandieri × V. rupestris)  sehr resistent, Kober 5BB (V. berlandieri × V. riparia) mittelgut und Courderc 3309 (V. riparia × V. rupestris) sehr anfällig. Bei manchen Sorten leiden die reifen Trauben oft unter der sogenannten Stiellähme, das sind Verbräunungen und Schwächungen des Traubengerüstes, die oft durch Fäulnis überlagert werden und zum Abfallen der Trauben führen können (Abb). Diese Krankheit wird ebenfalls auf lokale Nährstoffmangel zurückgeführt, sie ist z.T. aber auch genetisch verankert, da manche Sorten unter einer Schwächung der Holzelemente im Stielgerüst leiden. Eine ähnliche Sortenspezifität findet man auch beim Verrieseln, einem ungenügenden Fruchtbehang (Abb), der stark witterungsabhängig ist und dessen Ursache ebenso in mangelnder Befruchtung liegen kann wie in vorzeitigem Abfall von Beeren.